Studien und wissenschaftliche Veröffentlichungen

Nichtmedikamentöse Therapien bei Demenz

Eine Vielzahl von nichtmedikamentösen Therapieformen wird bei Demenzkranken angewendet und richtet sich nach den regionalen Gegebenheiten und den Erfahrungen der Therapeuten.

Es existieren nur wenige, qualitativ gute Studien, die die genannten Verfahren systematisch untersucht haben.

Folgende Therapiemaßnahmen kommen unter Anderen zur Anwendung: Lichttherapie,Kunsttherapie, Snoezelen

Lichttherapie: Schlafhilfe für agitierte Demenz-Kranke?

Ein regelmäßiges morgendliches zweistündiges Lichtbad (von 9 Uhr 30 bis 11 Uhr 30) mit Hilfe eines 4.000 Lux erzeugenden Therapiegerätes wirkte sich eindrucksvoll auf den Schlaf einer 89jährigen Demenz-Patientin aus. Verbrachte sie ursprünglich nur 63,3 Prozent der Nacht schlafend, so erhöhte sich der Anteil im Rahmen der neuen Maßnahme auf 81,9 Prozent.

Nach Beendigung der Lichtbehandlung sank er auf 50,4 Prozent, um dann nach ihrer Wiederaufnahme erneut auf 74,8 Prozent anzusteigen.

Nach Ansicht der japanischen Wissenschaftler hat das zusätzliche Licht die Vigilanz (Konzentrationsfähigkeit) der Patienten während des Tages verbessert, was sich dann in der folgenden Nacht in einem besseren Schlaf widerspiegelte.

 Y. Okumoto u.a.: Sleep improvement by light in a demented aged individual. Psychiatry and Clinical Neurosciences 1998 (52) 194-196

Eine aktuelle Studie zeigt: Lichttherapie lindert Demenz und Depressionen.

USA, 28. Juni 2008 – Lichttherapie wird seit vielen Jahren bei der Behandlung von Hauterkrankungen, Heuschnupfen oder zur Linderung der Winterdepression eingesetzt. Eine im Juni 2008 in Amerika veröffentlichte randomisierte (kontrollierte) Studie zeigt, dass den Beschwerden demenzkranker und depressiver Bewohner in Altenpflegeeinrichtugen mit einem einfachen Rezept entgegengewirkt werden kann, mehr Licht. Den Ergebnissen der Studie zu Folge hat eine höhere Lichteinstrahlung einen positiven Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten und die Stimmung der Teilnehmer. Außerdem wurde die Effektivität einer Melatonintherapie überprüft.

Fast vier Jahre hat die Arbeitsgruppe rund um Rixt Riemersma-van der Lek die Auswirkungen von Plexiglasdiffusoren, die eine optimale Reflexion des Lichts ermöglichen, beobachtet. Hierzu brachten die Wissenschaftler an den Decken der gemeinschaftlichen Wohnräume von zwölf Pflegeeinrichtungen die Plexiglasdiffusoren an. Zusätzlich erhielten die Bewohner beider Gruppen eine Therapie mit Melatonin oder Placebo. Ziel der Lichttherapie wie auch der medikamentösen Therapie ist es, den Tag-Nacht-Rhythmus zu synchronisieren, da Schlafstörungen als mögliche Ursache für Depressionen und aggressives Verhalten bei Menschen mit Demenz gesehen werden.

Melatonin in Kombination mit einer Lichttherapie lässt durchaus positive Effekte erkennen. Das aggressive Verhalten der Bewohner reduzierte sich um 9 Prozent. Offen bleibt jedoch, ob der Einsatz von Melatonin bei Bewohnern mit Demenz und Depressionen gerechtfertigt sei.

Nach Ansicht von Riemersma-van der Lek besteht in den Vorteilen der Lichttherapie kein Zweifel. Die Therapie sei nebenwirkungsfrei und in den Wohneinrichtungen leicht umzusetzen.

Hauptsächlich die Aufenthaltsräume der Einrichtungen sollten mit entsprechendem Licht ausgestattet und bei neuen Gebäuden sollte auf eine Architektur geachtet werden, die eine ausreichende Lichteinstrahlung von außen gewährleistet.

Pflegefachkräfte fördern die positive Einwirkung des Lichts auf die Krankheit Demenz, indem die Bewohner der ständigen Lichteinstrahlung über den ganzen Tag verteilt ausgesetzt sind.

 

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